07.12.2013 FCE I - ASV Mainz

12 : 22

Mit dem ASV Mainz war am Samstag kein geringerer als der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister in Aue zu Gast. Nicht wenige hatten die Befürchtung eine einseitige Begegnung zu erleben. Doch dies war keineswegs der Fall. Die ersatzgeschwächte Auer Riege wehrte sich verbissen und bescherte den Fans somit einen spannenden Kampfabend.
Für einen Start nach Maß sorgte dabei Pierre Vierling (55kg-GR). Nach reichlich zwei Minuten war er Überlegenheitssieger über Marco Weber. Ein harter Brocken wartete darauf auf Nico Schmidt (120kg.FS). Als eingefleischten Klassiker traf er auf den Freistilspezialisten Davyd Bichinashvili. Trotz Gewichtsvorteil gelang es ihm nicht die die schnellen Beinangriffe des Mainzers zu verhindern. Routiniert schaffte er es aber eine drohende Schulterniederlage abzuwenden und einen Mannschaftspunkt zu erringen. Erwartet chancenlos war danach Roy Gläser (60kg-FS). Er unterlag früh gegen den international- erfahrenen Armenier Mihran Jaburyan. Es folgte eines der spannendsten Duelle des Abends. Maximilian Kirmse (96kg-GR)traf dabei auf den ca. 8 kg schwereren Ugor Dogan. Max kam gut in den Kampf und erzielte auch die erste Wertung. Als er später sogar einen Kopfhüftschwung zog und die Führung auf 5:3 ausbaute war die Freude bei den Auer Anhängern groß. Mit enormen Kampfgeist gelang es ihm auch diese bis in die Schlussphase hinein zu behaupten. Doch was danach passierte kann man kaum in Worte fassen. In der letzten halben Minute ging er völlig entkräftet weiter in die Offensive. Dabei hatte er seinen Kontrahenten auch an den Mattenrand gedrängt. Leider wurde er aus dieser Situation heraus gekontert und gab kurz vor dem Ende die entscheidende Wertung ab. David Borsos (66kg-GR) zeigte , dass er auch eine Gewichtsklasse höher eine Bank ist. Er setzte den von Beginn an passiven Ilir Sefaj ständig unter Druck. Unverständlich warum diese Passivität vom Kampfrichter nicht konsequenter bestraft wurde. Somit ging „nur“ ein sicherer 2:0 Sieg in die Wertung ein.
Nach der Pause zeigte Willi Wendel (84kg-FS) wie sehr er im Laufe dieser Saison gereift ist. Taktisch geschickt bot er gegen den mehrfachen Rumänischen Meister und dreifachem Dritten der Europameisterschaften, Stefan Gheorghita, eine starke Leistung. Der Höhepunkt war der erkämpfte Punkt in der zweiten Runde, als es ihm gelang den Mainzer von der Matte zu drängen. Augenscheinlich ist seine Top- Kondition, die es ihm erlaubt bist zum Schluss um jeden Punkt zu fighten. Jan Hocko (66kg-FS) bekam es im Folgenden mit dem nächsten Rumänischen Meister zu tun. David Bucur hat auch mehrere vordere Platzierungen bei Europameisterschaften in seiner Vita stehen und ließ Jan im ungeliebten Freien Stil keine Chance. Gabor Madarasi (84kg-GR) fühlte sich nach seinem Gefecht gegen Pascal Eisele um den Sieg betrogen. Er begann mit einem blitzschnellen Armdrehschwung der ihm die 3:0- Führung einbrachte. Doch Eisele ließ sich nicht lange bitten und antwortete mit einem lupenreinen Kopfhüftschwung. Nachdem Gabor sich die Führung zurückgeholt hatte begann der Kampfrichter negativ in das Geschehen einzugreifen. Als der Gästeringer plötzlich tatenlos dastand nutzte Gabor dies gedankenschnell aus und zwang ihn zum verlassen der Matte. Logische Folge wäre 1 Punkt für den FCE-Ringer, doch der Unparteiische erkannte nachträglich auf eine Blutverletzung. Abgesehen davon dass kein Blut zu sehen war, hätte davor zumindest ein Pfiff ertönen müssen. Der zweite Aufreger ereignete sich danach. Gabor wurde wegen Passivität in die Bankstellung geschickt. Der Mainzer hatte dabei eine gefühlte Ewigkeit Zeit den letztlich entscheidenden Punkt zu holen. Eigentlich hätte schon weit vorher das Stand- Kommando erfolgen müssen. Auf Tibor Fekete (74kg-GR) war wieder einmal Verlass. Souverän führte er sein Duell und siegte völlig verdient mit 2:0- Mannschaftspunkten gegen Ismail Baygus. Zum Abschluss stand Tim Pistorius (74kg-FS) gegen Oleg Motsalin auf verlorenem Posten. Nach 1:22 fand er sich auf beiden Schultern wieder.
Nach dieser Leistung hat sich das Auer Team zum nächsten Heimkampf gegen Mömbris eine große Kulisse verdient. Außerdem startet die Fan-Weihnachtsfeier direkt danach in der Sporthalle.